Die Zahl der Unternehmensinsolvenzen sinkt leicht. Im Jahr 2019 vermeldete das Statistische Bundesamt einen Rückgang von 2,9 % im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. Dennoch wurden für das Jahr 2019 mehr als 18.700 insolvente Unternehmen gemeldet. Spitzenreiter bei den Branchen ist der Handel, dicht gefolgt vom Baugewerbe.1 Mit Hinblick auf die Corona Pandemie ergibt sich für 2020 eine deutlich steigende finanzielle Not. Diese spiegelt sich vorerst nicht in den Unternehmensinsolvenzen wider. Ein Grund dafür kann sein, dass die Insolvenzantragspflicht für Unternehmen seit dem 1. März 2020 infolge der COVID-19 Pandemie ausgesetzt ist.2 Eine rechtzeitige Sanierung des Unternehmens kann oft die finanzielle Not und eine Insolvenz noch verhindern. Professionelle Hilfe bieten Unternehmensberatungen, die sich auf Unternehmenssanierungen spezialisiert haben. Ein Baustein in der Sanierung kann das Factoring sein, auf welches sich eine Factoring Gesellschaft spezialisiert hat.
Die Bewältigung dieser Krisenphase setzt eine genaue Kenntnis der betriebswirtschaftlichen Kennzahlen des Unternehmens sowie eine aktive Steuerung aller Prozesse voraus. Diese Ist-Analyse muss die Frage beantworten, ob die Firma überhaupt sanierungsfähig ist. Eine Rettung vor einer Insolvenz ist nicht immer möglich. Kann das Unternehmen in seinem Marktumfeld ausreichendes Geschäftsvolumen mit hinreichenden Margen mit der Kostenstruktur erwirtschaften. Nur bei gegebener Sanierungsfähigkeit kann ein wirksamer Sanierungsplan aufgestellt werden. Wichtigster Schwerpunkt in der Tätigkeit des Managements ist die Sicherung der laufenden Liquidität als erster Schritt der Sanierung. Doch gerade in dieser Zeit geben die Kreditinstitute oft keine neuen Kredite mehr, da eine Insolvenz droht. In der Sanierung sind daher auch andere Bausteine der Finanzierung geeignet:
Ziel des Factoring zur Sanierung ist die Erhöhung der Liquidität des Unternehmens. Voraussetzung ist eine enge Zusammenarbeit mit der Factoring Gesellschaft, die alle (oder einen Teil) der Forderungen kurz nach der Fakturierung der Rechnung aufkauft. Je nach Vertrag stellt das Factoring Unternehmen sofort einen Großteil der Rechnungssummen als Liquidität zur Verfügung. Sie kümmert sich selbst um das Eintreiben der Zahlungen bei den Kunden. Das spart außerdem Kosten, denn ein umfangreiches Mahnwesen mit dem entsprechenden Personaleinsatz benötigt die Firma jetzt nicht mehr. Auch die Bonitätsprüfung der Besteller wird von der Factoring Gesellschaft übernommen. Diese Finanzierungsmaßnahme eignet sich z.B. für Handelsbetriebe, die viele Kunden mit einem breit gestreuten Umsatz haben. Bereits bei dem Auftreten der ersten Frühwarnsignale sollte mit dem Verkauf der Kundenforderungen an eine Factoring Gesellschaft begonnen werden, denn hiermit verringern sich die Außenstände deutlich. Der Geldeingang auf dem Firmenkonto ist planbarer, das Ausfallrisiko bleibt überschaubar und eine Sanierung des Unternehmens ist umsetzbar, ohne dass die Liquidität fehlt. Die sofortige Liquidität kann genutzt werden, um Lieferantenrechnungen mit Abzug von Skonto zu bezahlen. So können die Kosten zusätzlich gesenkt bzw. die Marge weiter erhöht werden. Factoring zur Sanierung über eine Factoring Gesellschaft hat sich oft als ein effektiver Baustein bei der Unternehmenssanierung erwiesen.
1 Quelle: Pressemitteilung des Statistischen Bundesamtes vom 13. März 2020, https://www.destatis.de/DE/Presse/Pressemitteilungen/2020/03/PD20_094_52411.html (auch aktuelle Daten abrufbar über dortigen Link im Fußbereich),
2 Quelle: Pressemitteilung des Statistischen Bundesamtes vom 10. September 2020, https://www.destatis.de/DE/Presse/Pressemitteilungen/2020/09/PD20_348_52411.html.