Factoring im Speditions- bzw. Transportbereich

Wie nur wenige Branchen ist das Transport- und Logistikgewerbe von wirtschaftlichen Schwankungen betroffen. In einer stabilen Konjunktur sind kontinuierlich Waren zu transportieren, um die Nachfrage zu befriedigen. Befindet sich die Wirtschaft dagegen auf Talfahrt, ist der Bestand des einen oder anderen Transportunternehmens schnell gefährdet. Kommen Zahlungsausfälle dazu, gerät selbst eine wirtschaftlich gesunde Spedition in Schwierigkeiten. Doch Zahlungsausfälle müssen nicht sein, denn mit dem Factoring steht ein probates Mittel zur Finanzierung zur Verfügung, das von jeder Bank unabhängig macht.

Transport als volatiles Gut

Jede Spedition kennt das Problem: Die Produktionsprozesse mögen perfekt organisiert sein, doch die Nachfrage danach ist äußerst schwankend. Sobald der Konsum im In- und Ausland zurückgeht, sinkt der Bedarf an dem zugehörigen Transport vom Ort der Herstellung zum Ort des Verbrauchs. Steigende Kosten auf den Rohstoffmärkten erledigen den Rest, wenn die Preise für Kraftstoff, Schmierstoff und Reifen steigen, ist die durchschnittliche Teuerungsrate von zwei Prozent schnell überschritten. Hinzu kommen zunehmende Personalkosten und steigende Zinsen bei Fremdfinanzierungen. Ein Unternehmen, das unter diesen Umständen wettbewerbsfähig produzieren will, muss auf die eigenen Kosten achten und diese kontinuierlich reduzieren.

Forderungsausfälle als zusätzliche Gefahr

Der Ausfall von Forderungen gegenüber einem Kunden stellt in dieser wirtschaftlich schwierigen Situation ein weiteres Risiko dar. Rechnet eine Spedition damit, dass eine ausstehende Rechnung mit dem Ablauf des Zahlungsziels beglichen wird und geht das erwartete Geld nicht ein, ist die Liquidität in massiver Gefahr. Factoring ist eine erprobte Methode der Finanzierung, wenn sich ein Unternehmen zusätzliche Liquidität verschaffen will. Angesichts eine volatilen Nachfrage nach Transport dürfte der Verkauf von Forderungen an einen solventen Geldgeber in der Branche zunehmend an Bedeutung gewinnen.

Ein Forderungsverkauf sichert die Liquidität

Mit dem Verkauf einer Forderung an einen potenten Geldgeber fließt der Rechnungsbetrag dem Transportunternehmen abzüglich eines Sicherheitsabschlags sofort zu. Bei den meisten Anbietern kann der Unternehmer wählen ob er die Buchhaltung selber durchführen möchte oder ob dies vom Factoringunternehmen gemacht werden soll. Ferner hat er die Wahlmöglichkeit ob er eine eigene Warenkreditversicherung abschließen will oder ob die Versicherung über das Factoringunternehmen laufen soll. Es empfiehlt sich, als verkaufendes Unternehmen die Angebote für den Forderungsverkauf zu vergleichen. Da der verlangte Sicherheitsabschlag und die Kosten von Anbieter zu Anbieter variieren, muss der Anbietervergleich zeigen, welches Factoringunternehmen das beste Angebot vorlegen kann. Nicht zu unterschätzen, bei diesem Vergleich, sind die weichen Faktoren, wie z. B.: Erreichbarkeiten des Factors, persönliche Betreuung, Prozesstransparenz, Freundlichkeit… usw.