Factoring ist ein Baustein bei der Sanierung von Unternehmen

Bei Unternehmen, die von einer finanziellen Schieflage betroffen sind, kann dies über kurz oder lang zu einer Insolvenz führen. Wichtig ist ein Erkennen der Frühwarnsignale, um eine erfolgreiche Sanierung durchführen zu können. Factoring kann ein wichtiger Baustein bei der Sanierung eines Unternehmens zur Vermeidung einer Insolvenz sein.

Zahl der Insolvenzen bleibt hoch

Die Zahl der Unternehmensinsolvenzen sinkt leicht. Im Januar bis September des Jahres 2015 vermeldete das Statistische Bundesamt einen Rückgang von 4,4 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. Dennoch wird für das Jahr 2015 mit mehr als 23.000 insolventen Unternehmen gerechnet. Spitzenreiter bei den Branchen ist der Handel, dicht gefolgt vom Baugewerbe.¹ Eine rechtzeitige Sanierung des Unternehmens kann oft eine Insolvenz noch verhindern. Professionelle Hilfe bieten Unternehmensberatungen, die sich auf Unternehmenssanierungen spezialisiert haben. Ein Baustein in der Sanierung kann das Factoring sein, auf welches sich eine Factoring Gesellschaft spezialisiert hat.

Frühwarnsignale erkennen als Grundlage einer Sanierung

Eine erfolgreiche Sanierung der Firmenfinanzen setzt ein frühes Erkennen der Schieflage und ein Verhindern der Insolvenz voraus. Wichtige Frühwarnsignale sind zum Beispiel der Rückgang der Auftragsanzahl, ein sinkender Umsatz, Forderungsausfälle, ein erhöhter Forderungsbestand, steigende Lieferantenverbindlichkeiten, ein angespanntes Bankkonto und ein schwindendes Eigenkapital. Viele Manager werden jedoch erst wach, wenn die Lücke in der Liquidität sehr deutlich sichtbar wird. Spätestens jetzt muss schnellstens gehandelt werden, um die Insolvenz zu verhindern.

Maßnahmenkatalog für die Verhinderung der Insolvenz

Die Bewältigung dieser Krisenphase setzt eine genaue Kenntnis der betriebswirtschaftlichen Kennzahlen des Unternehmens sowie eine aktive Steuerung aller Prozesse voraus. Diese Ist-Analyse muss die Frage beantworten, ob die Firma überhaupt sanierungsfähig ist. Eine Rettung vor einer Insolvenz ist nicht immer möglich. Kann das Unternehmen in seinem Marktumfeld ausreichendes Geschäftsvolumen mit hinreichenden Margen mit der Kostenstruktur erwirtschaften. Nur bei gegebener Sanierungsfähigkeit kann ein wirksamer Sanierungsplan aufgestellt werden. Wichtigster Schwerpunkt in der Tätigkeit des Managements ist die Sicherung der laufenden Liquidität als erster Schritt einer Sanierung.

Doch gerade in dieser Zeit geben die Kreditinstitute oft keine neuen Kredite mehr, da eine Insolvenz droht. In der Sanierung sind daher auch andere Bausteine der Finanzierung geeignet:

  • Weitere Darlehen können aufgenommen werden, etwa von Gesellschaftern. Auch ein zeitweiser Lohnverzicht durch die Mitarbeiter erhöht die Zahlungsfähigkeit.
  • Mit Lieferanten können längere Zahlungsziele vereinbart werden, um eine Insolvenz zu vermeiden.
  • Die Erhöhung des Kontokorrentkredites zur Sanierung wäre mit der Hausbank zu vereinbaren.
  • Ein effektives Mahnwesen hilft, die Kundenforderungen schneller einzutreiben.
  • Das Factoring von Forderungen über ein Factoring Unternehmen sichert ein Begleichen der Rechnungen innerhalb von wenigen Tagen.

Factoring: Verkauf der Kundenrechnungen

Ziel des Factorings ist die Erhöhung der Liquidität des Unternehmens. Voraussetzung ist eine enge Zusammenarbeit mit der Factoring Gesellschaft, die alle (oder einen Teil) der Forderungen kurz nach der Fakturierung der Rechnung aufkauft. Je nach Vertrag stellt das Factoring Unternehmen sofort einen Großteil der Rechnungssummen als Liquidität zur Verfügung. Sie kümmert sich selbst um das Eintreiben der Zahlungen bei den Kunden. Das spart außerdem Kosten, denn ein umfangreiches Mahnwesen mit dem entsprechenden Personaleinsatz benötigt die Firma jetzt nicht mehr. Auch die Bonitätsprüfung der Besteller wird von der Factoring Gesellschaft übernommen. Diese Finanzierungsmaßnahme eignet sich z.B. für Handelsbetriebe, die viele Kunden mit einem breit gestreuten Umsatz haben.

Bereits bei dem Auftreten der ersten Frühwarnsignale sollte mit dem Verkauf der Kundenforderungen an eine Factoring Gesellschaft begonnen werden, denn hiermit verringern sich die Außenstände deutlich. Der Geldeingang auf dem Firmenkonto ist planbarer, das Ausfallrisiko bleibt überschaubar und eine Sanierung des Unternehmens ist umsetzbar, ohne dass die Liquidität fehlt. Die sofortige Liquidität kann genutzt werden, um Lieferantenrechnungen mit Abzug von Skonto zu bezahlen. So können die Kosten zusätzlich gesenkt bzw. die Marge weiter erhöht werden. Factoring über eine Factoring Gesellschaft hat sich oft als ein effektiver Baustein bei der Unternehmenssanierung erwiesen.

¹ Quelle: Pressemitteilung des Statistischen Bundesamtes vom 12. Dezember 2015, https://www.destatis.de/DE/PresseService/Presse/Pressemitteilungen/2015/12/PD15_457_52411.html